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Buchtipp von:
Katrin Bartsch
Katrin Bartsch


Buchtipp Goltsteinstraße Köln-Hein-Glückskind mit Vater

Buchtipp von: Katrin Bartsch
Buchtipp Goltsteinstraße Köln-Hein-Glückskind mit Vater

Glückskind mit Vater

von: Christoph Hein

Als Sohn des Fabrikbesitzers Gerhard Müller wird Konstantin 1945 im kleinen Ort G. in Sachsen geboren. Schon früh war sein Vater der SS beigetreten, beschäftigte in seiner Fabrik Zwangsarbeiter und war für seine Gräueltaten berüchtigt. Seinen Vater lernt Konstantin nie kennen, 1945 wird dieser wegen seiner Taten in Russland standrechtlich erschossen. Die Mutter verschweigt zunächst die Vergangenheit, nimmt aber später für sich und ihre beiden Söhne wieder den Mädchennamen Boggosch an.

Zeitlebens ist Konstantin auf der Flucht vor der Vergangenheit seines Vaters, „Schau, der Sohn vom Müller” heißt es im Ort. Obwohl Konstantin Klassenbester ist, wird er nicht für die Oberschule zugelassen, sondern soll eine Lehre als Tischler machen. Mit 14 Jahren flieht er alleine in den Westen. Er schlägt sich durch bis nach Frankreich, aber selbst dort holt ihn die Vergangenheit wieder ein.

Von Heimweh getrieben, er will seine Mutter sehen, tauscht er zur Zeit des Mauerbaus seinen westdeutschen wieder gegen seinen ostdeutschen Pass. Die Einreise in die DDR gelingt ihm, allerdings mit einigen Schwierigkeiten und Aufenthalten in ostdeutschen Auffanglagern. Auch das gab es, die Flucht wieder zurück!

Immer wieder werden Konstantin Steine in den Weg gelegt, aber gelegentlich ist er doch ein Glückskind. So kann er in der DDR doch noch sein Abitur absolvieren und studieren, dennoch bleiben private Schicksalsschläge nicht aus...

Glückskind nannte ihn seine Mutter, doch über allem schwebt der Vater und so bleibt er sein Leben lang ein Getriebener der eigenen familiären Vergangenheit.

Christoph Hein ist ein begnadeter Erzähler. Sehr anschaulich, lebendig und berührend erzählt er von Schuld, Verdrängung und Auseinandersetzung mit der Vergangenheit - Dies alles vor dem Hintergrund der deutsch-deutschen Geschichte. Und Christoph Hein weiß, wovon er schreibt: Er selbst wurde 1944 in Heinzendorf in Schlesien geboren und wuchs in Bad Düben bei Leipzig auf.

Vorab des Romans sagt der Autor: „Der hier erzählten Geschichte liegen authentische Vorkommnisse zugrunde, die Personen sind nicht frei erfunden.”
Diese gelebte Geschichte merkt man dem Buch auch an - Unbedingt lesenswert!

Über den Knopf -Weitere Informationen- geht es zur Leseprobe:



Suhrkamp Verlag   22.95 €